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Mittwoch, 1. August 2012

Dashboard Confessional - So Impossible





In der Popmusik ist Liebe wohl das Thema schlechthin. Man braucht nur das Radio einzuschalten und schon bekommt man die Ohren von jemandem vollgejammert, der gerade verlassen wurde. Oder jemand schwebt gerade auf Wolke Sieben und versucht uns mit seiner guten Laune anzustecken. Ach, es gibt so viele Möglichkeiten sich diesem Thema zu nähern. Besonders toll macht dies die wundervolle "So Impossible" EP aus dem Jahre 2001.

Im ersten Track, "For You To Notice“, versucht der Protagonist das Mädchen seiner Wahl zu beeindrucken oder viel mehr von ihr überhaupt beachtet zu werden. Er soll es sein, den sie anruft, möchte immer für sie da sein. Es scheint funktioniert zu haben, denn im nächsten Stück spricht sie ihn an. Sie ist es auch, die ihn zu einem Date einlädt. Eigentlich lädt sie ihn zu einer Party ein und sie würde, sofern er denn zusagt, noch eine Begleitung für seinen Kumpel mitbringen. Natürlich sagt er zu und pfeift dafür überdies auf seine Arbeit. Wäre ja blöd, es nicht zu tun. Beide freuen sich tierisch und brennen darauf, sich sehr näher kennenzulernen. Vielleicht geht ja zwischen ihren Freunden was "or maybe we will...“. Bald werden sie es herausfinden, aber vorher muss sich unser Held erst noch auf den großen Abend vorbereiten. Er weiß, sie wird gut, nein, perfekt aussehen. Was also soll er indes nur anziehen? Etwa das blaue Shirt, das sie an ihm so mag? Und welche Schuhe? Aahh! Bloss keine Panik und vor allem: "remember to breathe".
Dann ist es auch schon soweit. Das Warten und Bangen hat ein Ende, denn nun steht das große Finale, der Abend aller Abende bevor. "My hopes are so high/ That your kiss might kill me/ So won't you kill me/ So I die happy". Schmacht. Needless to say, dass alles glatt, sogar besser als erwartet läuft und kein Superlativ ausgelassen wird. “Hands down this is the best date I can ever remember”, kann er dazu nur sagen. Lucky bastard!

Montag, 7. Mai 2012

It’s a grower: Weezer – Pinkerton



Wer kennt das nicht? Da kauft man sich eine Platte, weil man entweder den Vorgänger toll fand, sie allerorts mit Lob überschüttet wird oder halt einfach so und ist davon aufs Tiefste enttäuscht, findet sie gar richtig scheiße, hetzt jeden dagegen auf nur um nach Monaten oder Jahren festzustellen, dass dem gar nicht so ist und einem die gesamte Großartigkeit bisher verborgen blieb.
An dieser Stelle werde ich in regelmäßigen Abständen solche Platten vorstellen. Den Anfang macht "Pinkerton" von Weezer, welches 1996 veröffentlicht wurde:

Was war und bin ich noch immer ein großer Freund vom "Blauen Album". Zwar verstand ich damals nicht, um was es in den Texten ging, aber es rockte wie Sau, alles andere war unwichtig. Dann erschien irgendwann "Pinkerton" und freute ich mich sehr darauf. Vielleicht zu sehr. Wie einen Schatz trug ich die Platte am Erscheinungstag nach Hause, doch schon das etwas düstere Cover, was genau das Gegenteil vom Debütalbum war, worauf vier freundlich dreinblickende Typen (die Band) zu sehen sind, machte mich leicht stutzig. Egal, sofort eingelegt und los gings mit Track 1: "Tired of Sex". Sex, hihi. Nach nur wenigen Sekunden allerdings Ernüchterung und vor allem Fassungslosigkeit. "Boah, was ist das denn für ein Müll und wie beschissen klingt eigentlich das Schlagzeug?" waren meine ersten Gedanken. Doch es wurde nicht besser. "Getchoo" war ebenfalls (für meine damaligen Ohren) unerträglicher Lärm. Nach ungefähr der Hälfte des Tracks hatte ich genug und die CD landete im Giftschrank.

Viele Jahre und eine Handvoll ärgerlicher und vor allem schlechter Weezer-Alben später, genauer gesagt irgendwann gegen Ende des letzten Jahres, las ich ob der Veröffentlichung der Deluxe-Ausgabe einen Blogeintrag von einem glühenden Verehrer des Albums, der mich dazu inspirierte, es noch einmal probieren. Um es kurz zu machen: das Teil schlug ein wie blöd. Auf einmal ergab alles Sinn. Das war ja gar kein Krach und die großen Popmomente des "Blauen Albums" waren auch noch da! Und erst die Texte! Eigentlich totaler Emokram blablabla, aber das meiste konnte ich gerade sehr gut nachvollziehen. Seither gehört "Pinkerton" zu meinen 20 liebsten Platten aller Zeiten und ist für mich die mit weitem Abstand beste aller Veröffentlichungen der Band.
by S.